Neubau Sammlungszentrum Augusta Raurica

offener Projektwettbewerb, 4. Preis

2014

Bauherrschaft: Bau- und Umweltschutzdirektion Kanton Basel-Landschaft
Programm: Büros, Werkstätten, Bibliothek, Depots
GF SIA 416: 8'600 m2
GV SIA 416: 38'500 m3
HNF SIA 416: k.A.
Kosten BKP 1-9: k.A.

Neubau Sammlungszentrum Augusta Raurica

offener Projektwettbewerb, 4. Preis

2014

Team Wettbewerb: Raul Vasvari (cand.), Beat Scheu, Ivalina Yapova, Monika Joos
Bauingenieur: dsp Ingenieure & Planer AG, Greifensee

Sammlungszentrum Augusta Raurica

 

Der Neubau des Sammlungszentrums Römerstadt Augusta Raurica, gelegen in einem landwirtschaftlichen Umfeld in der Rheinebene, nordwestlich an Augst und südlich unmittelbar an die Autobahn angrenzend, soll die primäre städtebauliche Setzung aus antiker Zeit wieder aufnehmen und für die zukünftige Entwicklung des Gebietes Schwarzacker eine Erschliessung auf den Spuren der alten römischen Strasse bilden. Dabei findet ganz nach den heutigen Bedürfnissen und auch im ‚römischen’ Sinne der Rationalisierung der Infrastruktur eine neue geometrische Ordnung ihre Dominanz, die von den heutigen Strukturen vor Ort vorgegeben wird. Die historische Spur der Stadtstrasse wird also nicht im romantischen Sinne wiedergezeichnet, sondern in unsere Zeit übersetzt und abstrakt abgebildet.

 

Die beiden zweigeschossigen Volumen schliessen an diese Infrastruktur an und nehmen mit ihrer geometrischen Setzung und Ausrichtung gegenüber den grossmasstäblichen Landschaftselementen und Verkehrsinfrastrukturen eine selbstbewusste und klare Haltung ein, wobei der nördliche Baukörper primär der Forschungs-, Werkstatt- und Büronutzung dient und nordöstlich auch den Haupteingang des Sammlungszentrums bildet. Der in einer zweiten Etappe zu realisierende Baukörper mit den Sammlungsdepots funktioniert nach demselben Organisationsmuster, wobei der Haupteingang zu den Archivräumen sich vis à vis der westlichen Vertikalerschliessung des ersten Baukörpers befindet, so dass Fundinventarisierung und Archiv in direktem Bezug stehen.

 

Durch die leichte Verschiebung der Neubauten entstehen zwei Aussenräume, die die Gebäude in ihrer zukünftigen Umgebung verankern: Ein Eingangsbereich ausgerichtet zum antiken Osttor und heutigen Zoobereich im Nordosten. Hierüber wird das neue Zentrum adressiert und findet seinen Haupteingang für die zukünftigen MitarbeiterInnen und die Besucher. Der südwestliche Bereich dient der Infrastruktur des für die gesamte Augusta Raurica zuständigen Werkhofes und Sammlungszentrums. Analog zum Parkplatz auf der Nordostseite entsteht hier ein bespielbarer Aussenraum, der für zukünftige Arbeits- und Lagerfunktionen genutzt werden kann. Zwischen diesen beiden Aussenräumen entsteht eine teilweise gedeckte Werkhofstrasse auf die sämtliche wichtigen Zugangs-, Lager- und Werkstattnutzungen ausgerichtet sind und die in ihrem Charakter an den antiken Strassenzug mit Gewerbe-, Handwerker- und Handelstreiben erinnert.

 

Das zukünftige Sammlungszentrum fügt sich subtil ond ohne grösseren Erdbewegungen in die bestehende Kulturlandschaft ein. Auf eine zusätzliche Bepflanzung der Anlage wird grundsätzlich verzichtet, da die bestehende Vegetation in das räumliche- und atmosphärische Konzept eingebunden wird und die Ruinen unter der Erde keiner Wurzelbeanspruchung ausgesetzt werden sollen.