Kinderkrippe Lorraine, Bern

Projektwettbewerb mit Präqualifikation, 2. Preis

2012

Bauherr: Stadtbauten Bern
Programm:
Kinderkrippe
GF SIA 416: 390 m2
GV SIA 416: 1'650 m3
HNF SIA 416: 300 m2
Kosten BKP 1-9: k.A.

Kinderkrippe Lorraine, Bern

Projektwettbewerb mit Präqualifikation, 2. Preis

2012

Team Wettbewerb: Daniel Hediger, Sarah Hummel (cand.)
Landschaftsarchitektur: Weber und Brönimann, Bern
Bauingenieurwesen: Weber und Brönimann, Bern
Heizung&Lüftung: Roschi und Partner AG, Bern

Kinderkrippe Lorraine

 

Die pittoreske Gebäudegruppe der Tagesstätten Lorraine befindet sich im leicht abschüssigen Aarehang nördlich der Altstadt von Bern. Die im hinteren Lorrainequartier in der Mitte des 19. Jahrhunderts erstellten, einfachen Arbeiterhäuser bilden ein stimmiges Ensemble aus Einzelbauten, dessen Harmonie lediglich von der übergeordneten städtebaulichen Präsenz der unmittelbar westlich gelegenen Eisenbahnbrücke gebrochen wird. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Primarschulhaus der Lorraine erschliesst sich das kleine Ensemble über einen schmalen gepflasterten Fussweg von der Lorrainestrasse her, der in einem Platz inmitten der Gebäudegruppe mündet und dem Ort eine einmalige Atmosphäre verleiht.

 

Das zum Ensemble gehörende Gebäude Nr. 41, 1872 als einfacher Rechteckbau mit traufständigem Satteldach erstellt, ist ein Vertreter des einfachen Riegelbaus mit Laubengang. Trotz des erhaltenswerten Charakters des Gebäudes wird dessen aktuelle Bausubstanz als schwierig eingestuft. Die Innenräume sind bereits in früheren Phasen gegenüber dem Originalzustand stark verändert worden. Das Projekt schlägt deshalb vor, die Bausubstanz des Gebäudes Nr. 41 bis auf die massive Rückwand zum bestehenden Terrain und die vorhandene Bodenplatte zurückzubauen. Ein mit zeitgenössischen Mitteln sorgfältig gestalteter Ersatzneubau innerhalb der Mantellinie des ursprünglichen Baukörpers fügt sich in das bestehende Ensemble ein und stärkt mit einer einfachen, aber betrieblich einwandfreien Umsetzung der zukünftigen Nutzung als Kinderkrippe und Tagesstätte die gesamte Gebäudegruppe, so dass deren Transformation in die Zukunft nachhaltig gesichert werden kann.

 

Die zukünftigen Nutzer werden auf drei Geschossen beherbergt. Im unteren Erdgeschoss befindet sich die Jugendgruppe. Mit einem zentralen Aufenthaltsraum, zwei lateral angeordneten Aufgabenzimmer für die Mädchen und die Buben und einem direkten Zugang zum Aussenraum, kommt der Grundriss der Selbständigkeit dieser Altersstufe entgegen und erlaubt es, dass sich die älteren Jugendlichen frei im Innen- sowie im Aussenraum bewegen können. Über das nordöstlich angeordnete Treppenhaus gelangt man zum oberen Erdgeschoss. Für die Kleinstkinder entsteht auf dieser mittleren Ebene eine grosszügige Kinderkrippe mit separat umschlossenem Aussenraum, der direkt vom Aufenthaltsraum aus erreichbar ist. Auf derselben Ebene befindet sich der gemeinsame Eingangsbereich für das Haus mit einer Informationswand und direktem Zugang zum Büro der Betreuungspersonen. Ein kleiner Vorplatz bietet die Möglichkeit zur Versammlung und einfach zugängliche Abstellplätze für Kinderwagen. Über das Treppenhaus gelangt man ins erste Obergeschoss. Unter dem Dach angekommen ist der Wohn- und Aufenthaltsraum für die Schulkinder in einer ähnlichen Typologie wie die Krippe ausgestaltet: Garderobe, Aufenthaltsraum und Kochnische bilden eine offene Raumfolge, in der die einzelnen Nutzungen bei Bedarf über Schiebetüren abgetrennt werden können. Jeweils lateral angeordnet befinden sich die beiden Aufgabenzimmer und die weiteren, altersspezifisch gestalteten Nebenräume.