Kaufmännische Schule, Solothurn

offener Projektwettbewerb, 3. Preis

2010

Bauherrschaft: Kanton Solothurn
Programm: Gewerbeschule
GF SIA 416: 4'300 m2
GV SIA 416: 14'000 m3
HNF SIA 416: k.A.
Kosten BKP 1-9: k.A.

Kaufmännische Schule, Solothurn

offener Projektwettbewerb, 3. Preis

2010

Planergemeinschaft mit: KastKaeppeli Architekten, Bern
Team Wettbewerb: Sylvie Chervaz
Landschaftsarchitektur: Luzius Saurer Landschaftsarchitekt
Visualisierungen: Nightnurse Images, Zürich

Kaufmännische Schule Solothurn

 

Die Gewerblich-Industrielle Berufsfachschule und der Neubau Kaufmännische Berufsfachschule Solothurn liegen in unmittelbarer Nähe zum Aareufer, am städtebaulich relevanten Übergang von der Neustadt zur äusseren Vorstadt von Solothurn. Die Strassenräume werden an diesem Ort durch baumbesäumte Boulevards geprägt, die von drei- bis fünfgeschossigen Häusern in Blockrand- oder Zeilenbauweise begrenzt werden. In dieser Logik bildet der vorgeschlagene Neubau den Strassenraum der Niklaus-Konrad-Strasse und tritt wie das bestehende Gewerbeschulgebäude auf der Seite der Berthastrasse zurück, um Platz für einen Vorbereich zu schaffen, der als neuer Zugang zur Berufsfachschule dient.

 

Der winkelförmige Neubau bildet zusammen mit der bestehenden Schulanlage eine neue Gesamtfigur, die zwischen den Blockrandstrukturen im Neustadtquartier und den Gebäudekonglomeraten in der äusseren Vorstadt zu vermitteln vermag. Der Mittelpunkt des neuen Komplexes wird durch den grosszügigen Schulhof gebildet. Alle Zugänge zum Neubau und den bestehenden Schulhausbauten, sowie alle bestehenden und neuen gedeckten Pausenbereiche grenzen an den Hof. Dieser vermittelt zwischen den unterschiedlichen Gebäudeseiten und macht die attraktive Durchwegung der Schulanlage möglich. Der aareseitige Zugang wird durch den Hofraum gestärkt und kann nach wie vor als Hauptzugang der Gesamtanlage verstanden werden. Der dreigeschossige Anbau ist mit den bestehenden Schulgebäuden verbunden und übernimmt deren Geschosshöhen. Der Neubau wird geprägt durch die einbündige, an der Fassade liegenden Erschliessungszone, die eine freie Sicht auf die Solothurner Altstadt mit Aare, St. Ursenkathedrale und Jurakette bietet. Durch die Verbindung mit dem Altbau in den Obergeschossen, sind eine maximale Nutzungsflexibilität der beiden Schulen und zukünftige weitere Synergieeffekte gewährleistet.

 

Der Aussenraum der neuen Schulanlage integriert sich in die Parkanlage entlang dem Aareufer und vermittelt zu den urbanen Strassenräumen der Neustadt. Im Kontrast zur Üppigkeit der mit einem eindrücklichen historischen Baumbestand versehenen Parkanlage wird der neue Hof zurückhaltend gestaltet. Ein einheitlicher Bodenbelag aus Chaussierung mit Zusätzen aus Jurakalk vermittelt dem Hof Ruhe und ermöglicht - in Anlehnung an städtische Freiräume - seine freie Durchquerung. Die Porösität des Bodens vermeidet eine monotone Fläche und zeichnet die Gebrauchsspuren ab. Drei präzis gesetzte Magnolien spenden als Hofbäume schattige Zonen im Sommer und kreieren in den Übergangszeiten explizit ausdrucksstarke Atmosphären.