Chemin Creux, Biel / Bienne

Direktauftrag

Realisierung 2007 - 2009

Bauherrschaft: privat
Programm: Wohnnutzung
GF SIA 416: 150 m2
GV SIA 416: 150 m3
HNF SIA 416: k.A.
Kosten BKP 1-9: ca. 200'000.-

Chemin Creux, Biel / Bienne

Direktauftrag

Realisierung 2007 - 2009

Baumanagement: SAJ Architketen AG, Bern
Fotografie: Anja Schori, Zürich

Chemin Creux

 

Das freistehende Einfamilienhaus mit kleinem Garten, in den 1930er Jahren erbaut, steht leicht erhöht über der Stadt Biel im Quartier Linden mit Blick auf den Berner Jura und die nahen Eisenbahnanlagen. Der vorgefundene Zustand des Hauses war geprägt von mehreren Renovationsschichten, die im Laufe des 20. Jahrhunderts über die originale Bausubstanz gelegt wurden.

 

Das schmale Budget der jungen Bauherrschaft erforderte eine Konzentration der baulichen Massnahmen, um das Haus für die nächsten 5 Jahre bewohnbar zu machen, bevor in einem zweiten Schritt, wenn die Mittel zur Verfügung stehen, die Hausinfrastruktur modernisiert werden sollte. So galt es, die Möglichkeiten für spätere Interventionen zu berücksichtigen und bereits in das Planungskonzept einzuarbeiten. Unser mit der Bauherrschaft entwickeltes Konzept war es, in einer ersten Phase das Haus auf seine bauliche Essenz zurückzuführen, die originale Bausubstanz wenn möglich wieder hervorzuholen und nur wo notwendig mit zeitgenössichen Mitteln neu zu interpretieren.

 

Die bestehende, kleinteilige Raumstruktur wurde für die noch kleine Familie vorerst im vorgefundenen Zustand belassen. Im Treppenhaus konnten der ursprüngliche Holzzementboden und die Treppe aus Terrazzostufen in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmern vor Ort restauriert werden. Die Zimmer im Obergeschoss erhielten neue Linoleumböden, die den intimen Charakter des privaten Obergeschosses auszeichnen und die Farbigkeiten der zum Teil bestehenden Tapeten wieder aufnahmen. Auch die Nasszellen wurden vorerst im vorgefundenen Zustand belassen, lediglich ein neuer Linoleumboden und ein wasserfester Anstrich auf die Plattenarbeiten, gaben den Oberflächen eine neue, frische Erscheinung. Im öffentlicheren Erdgeschoss wurden die Böden - wo nicht mehr erhalten - mit einem massiven, matt lackiertem Eichenfischgratparkett ergänzt, so dass Wohn- und Essbereich eine Einheit formen und spätere, raumstrukturelle Eingriffe ermöglichen. Die Aussenbereiche wurden ebenfalls sanft renoviert, die mehrheitlich originale Umgebungsgestaltung wurde mit einfachen Mitteln und teilweise von der Bauherrschaft in Eigenarbeit instandgesetzt.