Naturmuseum St. Gallen

offener Projektwettbewerb, 1. Preis

Realisierung 2010-2016

Bauherrschaft: Hochbauamt der Stadt St. Gallen
Programm: Dauer- und Wechselausstellungräume, Foyer, Café, Shop, Auditorium, Backoffice
GF SIA 416: 5'600 m2
GV SIA 416: 26'600 m3
HNF SIA 416: k.A.
Kosten BKP 1-9: ca. 40 Mio.
Labels: Minergie P Eco

Naturmuseum St. Gallen

offener Projektwettbewerb, 1. Preis

Realisierung 2010-2016

Planergemeinschaft mit: Michael Meier und Marius Hug Architekten AG
Team Projekt: Martin Dennler (PL), Jonas Krieg, Daniel Hediger, Thomas Winkelmann (cand.), Kirsten García, Tobias Uhlmann, Anita Emele, Murielle Geel, Anouk Trautmann, Alain Walter (cand.), Estelle Bertholet (cand.), Nina Fruhmann (cand.), Alexandre Figueiredo (cand.)
Baumanagement: Othmar Brügger, Baumed
Landschaftsarchitektur: Winogond Landschaftsarchitekten, Zürich
Bauingenieur: Synaxis AG, Zürich
Lichtplanung: Mati AG, Adliswil
Haustechnik: Meierhans + Partner AG, Schwerzenbach
Elektroplaung: Bühler + Scherler AG, St.Gallen
Bauphysik: Wichser Akustik & Bauphysik AG, Zürich
Brandschutz: AFC Air Flow Consulting AG, Zürich
Fassadenplanung: Mebatech AG, Baden
Gebäudeautomation: Boxler MSRL, Rapperswil
Sanitärplanung: Bösch AG, Unterengstringen
Signaletik: BIV Grafik, Zürich
Szenographie: 2nd West, Rapperswil
Visualisierungen: Nightnurse Images

Naturmuseum St.Gallen

 

Das Gebäude des Neuen Naturmuseums St. Gallen erweitert das bestehende Ensemble öffentlicher Bauten und Anlagen der Kirche St. Maria Neudorf und des Botanischen Gartens am östlichen Rande der St. Galler Kernstadt. Im Dialog mit der sakralen Präsenz der Kirche St. Maria und dem funktionalen Ausdruck der Gebäude des Botanischen Gartens, positioniert sich das Neue Naturmuseum als Gebäude mit repräsentativem Charakter und funktionalem Ausdruck. Durch die städtebauliche Positionierung und die steinerne Materialisierung wird das Museumsgebäude gegenüber der Rohrschacherstrasse und der Kirchenanlage als visueller Bezugs- und repräsentativer Orientierungspunkt wahrgenommen. Gleichzeitig ordnet sich der Neubau der Silhouette der Kirche unter und verweist mit seiner nach Aussen sichtbaren Dachstruktur auf die funktionale, zurückhaltende Sprache der Gebäude des Botanischen Gartens.

 

Das dreigeschossige Museumsgebäude besetzt die vorhandene Bauparzelle an der Rohrschacherstrasse fast vollständig. Es entsteht zwischen Kirche und Museum ein räumlich gefasster, sanft geneigter Ausstellungsraum unter freiem Himmel, der Teil der zukünftigen Wegführung vom Museum zum Botanischen Garten wird. Das neue Gebäude verzahnt sich mit seiner Umgebung über vier präzis formulierte Einschnitte an den Gebäudeecken, die die unmittelbar vorgefundenen Gegebenheiten stärken und die ihnen zugeordneten Funktionen - wie beispielsweise ein ruhiger Aussenraum für das Museumscafé, ein repräsentativer Vorplatz zur Strassenseite und eine diskrete Anlieferung im rückwärtigen Bereich – mühelos aufnehmen.

 

Die öffentlich zugänglichen Museumsräumlichkeiten bestehen aus einer offenen Raumfolge, deren Auftakt die Verbindung der beiden Museumseingänge vom Entrée auf der Strassenseite mit dem Foyer auf der Gartenseite bildet. Der Ausstellungsbesucher folgt dem Museumsrundgang über zwei, um ein halbes Geschoss versetzte Ebenen vorbei an der Wechselausstellung in den Reliefraum. Dieser erinnert durch seine eindrückliche Höhe und räumliche Präsenz in Verbindung mit der darüber liegenden Galerie an Ausstellungsräume klassischer Museumsgebäude des 19. Jahrhunderts. Er ist das Herz- und Verbindungsstück der beiden Ausstellungsgeschosse und bietet attraktive Möglichkeiten zur Installation und Präsentation grösserer Exponate. Das zweite Ausstellungsgeschoss bietet einen grossen, stützenfreien Oberlichtsaal für eine flexible und abwechslungsreiche Ausstellungsgestaltung. Intime Rückzugsorte und museumspädagogische Räumlichkeiten wie beispielsweise Bibliothek und Jugendlabor schaffen eine angenehme, private Atmosphäre und bieten dadurch auch die Möglichkeit zur individuellen Informationsbeschaffung.