Wohnhaus Kastellweg, Winterthur

Projektwettbewerb auf Einladung, 1. Preis

Realisierung 2010-2014

Bauherrschaft: GAIWO Winterthur
Programm: 23 Wohnungen
GF SIA 416: 3'000 m2
GV SIA 416: 8'900 m3
HNF SIA 416: 1'800 m2
Kosten BKP 1-9: ca. 8 Mio.

Wohnhaus Kastellweg, Winterthur

Projektwettbewerb auf Einladung, 1. Preis

Realisierung 2010-2014

Planergemeinschaft mit: Michael Meier und Marius Hug Architekten AG
Team Projekt: Beat Scheu (PL), Andri Gilgen, Matthias Corrodi, Marcus Hartmann
Team Wettbewerb: Christoph Schmid, Daniel Hediger (cand.)
GU: Corti Total Services AG
Landschaftsarchitektur: Müller Illien Landschaftsarchitekten, Zürich
Bauingenieur: Synaxis AG, Zürich
Holzbau&Fassade: Reusser AG, Winterthur
Haustechnik: Meierhans + Partner AG, Schwerzenbach
Bauphysik: BWS Baupysik, Winterthur
Visualisierungen: Maaars Visualisierungen, Armon Semadeni Architekten GmbH

Wohnhaus Kastellweg

 

Die Parzelle der Genossenschaft für Alters- und Invalidenwohnungen Winterhtur befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Dorfkern von Oberwinterthur. In der Hinterlandschaft der Bürgerhäuser an der Römerstrasse entwickelte sich in den letzten 60 Jahren ein Siedlungsgefüge aus Wohnbauten mit unterschiedlichsten Typologien. Nur vereinzelte Wirtschaftsbauten und die dichte, kleinteilige Struktur privater Nutzgärten erinnen heute noch entfernt an die frühere Gestalt und Nutzung dieser Dorflandschaft.

 

Der an die Grenze zur feinkörnigen Kernzone gesetzte dreigeschossige Neubau reagiert über seine volumetrische Gliederung auf die unterschiedlichen Gebäudegrössen in der unmittelbaren Nachbarschaft. Das Wohnhaus ist im Splitlevel organisiert und bettet sich subtil in die leicht ansteigende Hanglage ein. Über das natürlich belichtete Treppenhaus werden auf den versetzt angeordneten Podesten jeweils drei Alterswohnungen erschlossen. Durch den tiefen Gebäudekörper, die allseitige Orientierung der Wohnungen und die Ausnützung des Dachgeschosses mit Dachgauben und Einschnitten entsteht für die 22 Alterswohnungen eine bereichernde, räumliche und typologische Vielfalt. Über die Aufgliederung des Baukörpers erhalten alle Wohnungen des Hauses ihre eigene, private Hausecke, in der sie entweder über eine Loggia oder eine windgeschützte Terrasse mit dem Aussenraum in Kontakt treten. Die Loggien erreichen beinahe Zimmergrösse und können dank einer einfachen Verglasung auch während den Übergangszeiten bewohnt werden.

 

Für den Rohbau wird eine Mischbauweise Holz/Beton vorgeschlagen, welche die vorteilhaften Aspekte der beiden Baumaterialien bezüglich Kosten und Bauzeit ausnützen kann. Die Geschossdecken und Wohnungstrennwände aus Ortbeton ermöglichen einen einfachen, günstigen und platzsparenden konstruktiven Aufbau im Schnitt während die tragende Holzfassade ausgedämmt werden kann und die Konstruktionsstärke reduziert. Das Holz verringert ausserdem den Anteil grauer Energie des Bauwerks und kann dank Vorfabrikation günstig produziert und zeitsparend montiert werden. Das Thema Stein und Holz wird im Ausbau der Wohnungen weitergeführt. Die Natursteinplatten der Aussenräume werden in veredelter Form und Behandlung auch für die öffentlichen Bereiche des Wohnraumes vorgeschlagen. Dies ermöglicht einen räumlichen Zusammenschluss von Wohn- und Essbereich mit der Küche und verleiht den Geschosswohnungen räumlich und akustisch einen grosszügigen, weitläufigen Charakter. Für die privaten Zimmer ist ein Stabparkett aus einheimischem Holz vorgesehen, dessen Haptik die Schlaf- und Arbeitsräume abgrenzt und eine intimere Atmosphäre schafft.